Webdesign Heute. 10 Punkte aus Haufen Scheiße & Diebstahl.

Webdesign Heute. 10 Punkte aus Haufen Scheiße & Diebstahl.

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Ich beschäftige mich nun seit bereits 13 Jahren mit Webdesign, habe also auch das pottenhässliche Internet aus den 90ern ertragen müssen und so ziemlich jeden Trend durchlebt. Doch was heute „Gang und Gebe“ ist, ist meiner Meinung nach noch viel schlimmer, als Custom Pointer, Gif Animationen, Automatisch abgespielte Hintergrundmusik, Schneeflocken und Gästebücher…

Vorab >> Ich weiß: Dieser Blog hier, also meine Homepage, ist ein nicht verändertes, bzw. gekauftes, Template. Und ja, ich weiß: Es ist hässlich. Um eins klar zu stellen: Es gibt Internetseiten, welche mit Gestaltung überzeugen müssen und es gibt Internetseiten (so wie diese), die einzig und allein der Mitteilung dienen. Letzteres benötigt einfach nur Übersicht und ein wenigstens erträgliches Erscheinungsbild.

Zurück zum Thema: Öffne ich eine Homepage, welche in den letzten paar Monaten „gestaltet“ wurde, könnte ich jedes Mal mein MacBook an die Wand schmeißen. Wieso fällt den Webdesignern/innen nichts mehr neues ein? Gibt es überhaupt noch Webdesigner? Ich habe das Gefühl, dass es nur noch ungefähr 5 Webdesigner auf diesem Planeten gibt, die den ganzen Tag im Keller hocken und irgendwelche Bauklötze anmalen und diese dann ins Internet zum Verkauf stellen. Sobald das passiert ist, kommen dann irgendwelche selbsternannten Pseudo-Webdesigner, laden sich diese Bauklötze runter, klatschen ihr Logo und ihre Farbe drauf und nennen es dann „Extravagantes Überzeugungsmonster-Webdesign mit hohem Ranking-Potential und einer höchst individuellen Note mit großer Verkaufswirkung.“ – Der Kunde: begeistert (oder auch nicht) und zahlt dann Summe X.

Und nicht nur die Gestaltung ist immer die Selbe, Nein! Auch der Aufbau/Das Layout!

Ich fasse zusammen, Die „perfekte Website“

Erstmal (sowieso) Alles VOLLE BREITE! Dann:

  1. Riesen Slider mit gekauftem Stock Foto und geklautem Spruch mit 0% Alleinstellungsmerkmal.
  2. Darunter DREI Punkte (horizontal) die irgendwas zusammenfassend auf den Punkt bringen sollen.
  3. Call to Action -> GANZ WICHTIG! Hier wieder mit gekauftem (eh nicht) Stock Foto und geklautem Spruch mit 0% Alleinstellungsmerkmal.
  4. Eine Section mit Parallax Hintergrundbild und bisschen Blabla. In der Regel 3-5 Punkte (vertikal) auf rechter Spalte und links Nebendran ein Stock Foto (am Besten noch das, welches in der Template Demo bereits vorhanden war).
  5. Irgendwelche Zahlen die hoch zählen (Bei „Agentur“-Homepages steht dann meistens sowas wie „4524 Tassen Kaffee“ oder „912392484 Zeilen Kot“)
  6. Testimonials (sowieso alles Fake)
  7. FAQ
  8. Blabla
  9. Blabla
  10. Footer (Versucht irgendwie die vorgegebenen Elemente des Templates mit sowieso schon erwähntem Stuff zu befüllen).

 

Ich greife auf meine eigene Frage zurück, nämlich:

„Wieso fällt den Webdesignern/innen nichts mehr neues ein? Gibt es überhaupt noch Webdesigner?“

Ich sags…Ich traue mich: Der Kunde ist schuld!… Und Jimdo!….

Mal ehrlich an alle Webdesigner unter uns: wie gerne würdet ihr mal wieder ein richtiges Projekt, komplett selbst gestalten? Ich glaube das würden wir alle gerne (und ich schließe mich hierbei mit ein! Ich handle zum Teil selbst nicht anders!) – Wir sind gezwungen so zu arbeiten, denn der Kunde möchte einfach nicht mehr zahlen.

„Was ich auf Jimdo kostenlos und selbst machen kann, brauch ich bei einem Webdesigner nicht für tausende von Euros umsetzen lassen!“

Ungefähr so fühlen sich die „Verhandlungsstrategien“ vieler Kunden an. Wegen solcher Aussagen gibt es sogar mittlerweile (ohne Witz!) „Jimdo-Agenturen“ !!! Das Sind Agenturen, die dafür bezahlt werden, Homepages mit Jimdo umzusetzen!

Wenn ein Kunde tatsächlich ein eigenes Produkt aus der Sparte Webdesign möchte, welches von einem/einer professionellen Webdesigner/in und einem/einer professionellen UX-Designer/in und einem/einer Webentwickler/in UND einem/einer professionellen Grafikdesigner/in UND!!! Einem/er professionellen Fotograf/in (Meistens immer 1 Person falsch bezeichneter Alias „Full-Stack Developer“)umgesetzt wird, muss er/sie auch bereit sein, ordentlich in die Tasche zu greifen, denn eine wirklich 100% professionelle Selfmade-Homepage ist nicht einfach mal so aus dem Ärmel geschüttelt!

Das Ding ist: So gut wie kein Kunde möchte viel zahlen. Meistens liegt es daran, dass sie das Potential einer professionellen Homepage nicht kennen und diese einfach nur wie eine Online-Visitenkarte betrachten. Oft ist es aber auch so, dass die Kunden denken, dass sie selbst fähig wären eine professionelle Website umzusetzen, aber aktuell einfach keine Zeit/Lust darauf haben und deshalb einen Webdesigner beauftragen.

 

Ich fasse kurz zusammen

Es gibt zu viele Homepage-Baukästen, Kunden möchten wenig Geld ausgeben, Web-Design & Entwicklung sind zu aufwändig. Es gibt unendlich viele Vorlagen und Anpassungsmöglichkeiten.

All das ist der Grund aber auch gleichzeitig die Folge für das heutige Phänomen „Webdesign“. Ich bin gespannt, wie weit sich das ganze noch entwickelt/verändert.

– Cheers

By | 2018-07-25T19:44:04+00:00 Juli 24th, 2018|Webdesign|0 Comments

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